Depressionen und Burnout im Job nehmen zu. Lesen Sie hierzu den interessanten Artikel der Süddeutschen!
Laut
WHO werden Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die bisher noch zu den
häufigsten Krankheiten gehören schon bald von Depressionen überholt
werden.
Dabei werden solche Erkrankungen häufig lange fehlbehandelt.
Nach oft jahrelanger Odyssee durch Arztpraxen kommt es zum zu einer
fachgerechten Behandlung durch einen ärztlichen oder psychologischen
Psychotherapeuten. Die Burnoutsymptomatik zählt auch bei meinen Klienten
zu einem der häufigsten Symptomenkreise. Eine Studie der Techniker
Krankenkasse bestätigt, dass allein 2008 in Deutschland Arbeitnehmer
fast zehn Millionen Tage krankgeschrieben waren! Tendenz steigend...
Dabei
wurden nur diagnostizierte, also als "krank" eingestufte Menschen
betrachtet. Natürlich sinkt die Lebensqualität schon lange im Vorfeld.
Hier ist letztendlich jeder aufgerufen, gut für sich zu sorgen und sich
bei Bedarf entsprechende Hilfe und Unterstützung zu holen.
Depressionen
oder Burnout sind übrigens kein Zustand, sondern eher ein Prozess und
als solcher sehr wohl beeinflussbar.
In
meinen Therapien oder Seminaren frage ich immer nach den Zielen, mit
denen jemand zu mir kommt. Es ist ein bisschen her, da nannte eine
Klientin den Begriff „Seelenruhe“.
Man sagt ja auch, der oder die hat
eine Seelenruhe. Ich finde, es ist ein wirklich treffender Begriff, da
er weit über Ruhe oder Entspannung hinaus geht und in seiner
Dimensionalität echte Tiefe beschreibt.
Seelenruhe fehlt uns oft im
lärmigen Durcheinander des Alltags. Die folgende Übung kann etwas davon
vermitteln und helfen sie (wieder-)zufinden.
Mit der Übung nutzen
Sie eine Mischung aus Elementen der Meditation und der Hypnose, die
jeder leicht erlernen kann. Ich selbst wende das gerade dann an, wenn in
meinem Kopf die Gedanken durcheinanderschreien oder ich mich bedrängt
und in der Enge fühle. Aber auch nachts, wenn mich Sorgen oder einfach
Gedanken wach liegen lassen, ist es ein Weg zu mir zurück.
Ach ja, es
ist eben auch eine ÜBUNG. Das bedeutet, erst regelmäßige Wiederholung
bringt den vollen Nutzen. Regelmäßig angewandt fällt die Übung zunehmend
leichter und bringt Sie zurück in Ihre eigene Mitte.
Wenn Sie
mögen, können sie den Text weiter unten als Beispiel zur Übung lesen und
für sich variieren, um ihn so oder ähnlich für sich still zu
wiederholen, bzw. ihn schlicht im Stillen für sich zu befolgen. Lassen
Sie sich viel Zeit dazu und führen Sie Ihre inneren Dialoge im Takt
Ihrer Atmung.
Eine weitere Möglichkeit, ist den Text als MP3 hier runterzuladen.
(Wenn der Download nach anklicken nicht automatisch startet,
wählen Sie nach Rechtsklick "Ziel speichern unter...")
Ich
empfehle, zur Anwendung einen Kopfhörer zu nutzen. Hören Sie den Text
nicht beim Autofahren oder bei Tätigkeiten, die Ihre Aufmerksamkeit
erfordern!
Übrigens ist der Text ein gutes Beispiel, um zu erfahren
und auszuprobieren, wie Hypnose geht.
Im Text geht es „nur“ um
Entspannung. Mit Hypnose können Sie natürlich aber auch noch viel mehr
erreichen und für sich nutzen. Das funktioniert dann wie beim
Autofahren. Da wo Sie hinschauen, zieht das Lenkrad hin! Welche Bilder
Sie - insbesondere im entspannten Zustand – fokussieren, hat einen
erheblichen Einfluss auf Ihr Fühlen und Handeln, auf Ihr Erleben.
Neugierig? Dazu an anderer Stelle später oder gar in meiner Praxis
mehr!
Diese Übung machen Sie am Besten im Sitzen. Nehmen Sie – wenn Sie
können – auf dem Boden die klassische Meditationshaltung ein. Je nach
Beweglichkeit sitzen Sie frei im „Schneidersitz“, im halben oder gar im
vollständigen Lotussitz. Die Beine sind gekreuzt, Arme und Hände liegen
auf den Oberschenkeln oder den Knien auf. Eine feste, gefaltete
Wolldecke, ein flaches Sitzkissen, wie es auch beim Yoga verwendet wird
oder eine kleine Sitzbank, erleichtern eine entspanntere Haltung.
Natürlich können Sie auch an einer Wand anlehnen oder auf einem Stuhl
sitzen. In letzterem Falle sollte dieser jedoch eine feste Sitzfläche
und kein dickes Polster haben. Vom Sessel oder weichem Untergrund rate
ich ab. Zu den möglichen Positionen finden Sie in Kürze hier noch
Bilder
Idealerweise sitzen Sie frei auf dem Boden mit gradem
Rücken, die Beine – wie oben beschrieben – gekreuzt. Ihre Hände liegen
entspannt auf den Knien. Die Handflächen sind nach oben offen. Wie zwei
Schalen, in denen sich etwas sammeln kann. Alternativ können sich
Zeigefinger und Daumen berühren, während die restlichen drei Finger
etwas gestreckt werden.
Finden Sie Ihre Position. Wichtig ist, dass
Sie für ca 20 Minuten so sitzen können. Bei massiven Rückenproblemen
empfehle ich – wiederum auf dem Boden, einer flachen Matte oder Decke –
flach auf dem Rücken zu liegen. Die Arme und Hände etwas abgewinkelt,
die Handflächen geöffnet locker nach oben. Es ist sinnvoll stets die
gleiche Haltung einzunehmen. Dabei auch gerade Ihre Hände immer wieder
in die von Ihnen bevorzugten Haltung zu bringen. Wenn Sie die Übung
öfter wiederholen, wird Ihre Haltung zum „Anker“. Das bedeutet, dass oft
schon das Einnehmen der Haltung die Entspannung einleitet. Sogar die
Handhaltung alleine kann so im Alltag – einmal verankert – helfen, sich
wieder zu zentrieren.
Sorgen Sie dafür, dass Sie für die Zeit der
Übung nicht gestört werden. Telefon oder Handy könnten stören. Haben Sie
Kinder? Wie wäre es dann mit einem Schild an der Tür „Nur stören, wenn
was weh tut, blutet oder brennt....“?
Letztendlich kann diese
Übung überall gelingen, auch z.B. im Büro. Eine angenehme Umgebung ist
natürlich förderlicher. Eine Blume oder Kerze vor Ihnen kann gerade am
Anfang eine Hilfe sein, Ihre Aufmerksamkeit zu fokussieren. Auch ein
Duft und eine angenehme Temperatur sind förderlich.
ÜBUNG:
Nehmen
Sie die beschriebene Haltung auf Ihre Art und Weise ein.
Horchen
Sie in sich hinein. Warum haben Sie sich gerade jetzt hingesetzt? Welche
Erwartungen haben Sie? Welche Gefühle und Gedanken sind dominant? Ist
Ihre Position stimmig? - Vielleicht irgendetwas variieren?
Nehmen
Sie wahr, dass Sie atmen.
So, wie Ihr Atem fließt, ist es in
Ordnung. Ihr Atem findet seinen eigenen Rhythmus...
Schließen Sie die
Augen -
Es mag sein, dass Geräusche aus dem Haus oder von draußen zu
vernehmen sind. Alle diese Geräusche können jetzt unwichtig werden oder
Ihnen sogar Geleit, Halt und Sicherheit für die Übung geben. Einfach,
indem Sie Ihnen vermitteln, es gibt dieses äußere Hier und Jetzt. Der
äußere Rahmen, der Ihnen ermöglicht innerlich ganz woanders hinzugehen.
Und je mehr Sie äußere Kontrolle vermindern, umso mehr kann ihre innere
Kontrolle und Sicherheit wachsen!
Nehmen Sie wahr, wie sich Ihre
Empfindung, Ihre Gedanken verändern.
Beobachten Sie.
Visualisieren
und fokussieren Sie mit geschlossenen Augen einen nahen Gegenstand.
Eine Kerze, eine Blume oder auch einfach die Nasenspitze. Wenn Ihre
Augen mit geschlossenen Lidern wandern, führen Sie sie immer wieder
hierher zurück. Fokussieren Sie etwas, was nahe vor Ihnen ist.
Und
Ihre Gedanken? Nehmen Sie wahr, dass Ihre Gedanken sich immer wieder
verändern?
„Mache ich das richtig“...“ist das alles“...“was bringt
mir das“....“gleich muss ich noch telefonieren“...“sollte ich mich
lieber anders hinsetzen“...
Nehmen Sie wahr, wie substanzlos Ihre
Gedanken sind und wie schnell sich diese immer wieder verändern. Ihre
Gedanken sind ständig im Fluss.
Dabei mag es interessant sein, zu
beobachten, wie rasch sich Ihre Gedanken immer wieder verändern,
springen, hüpfen.... Wie ein Gebirgsbach, bei dem das Wasser von Stein
zu Stein springt. Und das Wasser fließt weiter. Und der Bach wird zum
Flüsschen, zum Fluss. Und der Strom des Wassers wird ruhiger – nach und
nach. Von ganz alleine.
Nehmen Sie wahr, dass Sie Gedanken HABEN und
nicht Gedanke SIND.
Und es gibt einen Teil in Ihnen, der das
beobachtet und wahrnimmt!
Ich nenne diesen Teil „Zeuge“. Somit sind
Sie Zeuge Ihrer Gedanken.
Also gibt es Gedanken und es gibt
diesen Teil, der wahrnimmt, wie eine Kamera. Und wie eine Kamera nimmt
er wahr und auf, ohne zu kommentieren oder zu werten. Und wie eine
Kamera nimmt er wahr, dass ein Teil von Ihnen kommentiert und wertet.
Dass da Gedanken und Empfindungen sind.
Wohin Ihre inneren Stimmen
und Gedanken, Ihre Empfindungen Sie auch führen – Sie HABEN Gedanken und
Empfindungen aber Sie SIND nicht Gedanke oder Empfindung.
Ihr
Atem hilft Ihnen immer wieder, zu sich zu finden, hilft Ihnen im Hier
und Jetzt zu sein. Immer wieder zu fokussieren. Fokussieren Sie auf
Ihrem Atem.
Nehmen Sie wahr, wie die Luft beim Einatmen an den
Nasenflügeln vorbei streicht?
Hinab in die Lunge. Wie sich Brustraum
und Schultern im Rhythmus Ihres Atems dehnen und wieder zusammenfinden.
Ihre Schultern können dabei noch ein bisschen mehr loslassen. Als
ob Sie entspannt an einem Baumstamm sitzen. Der Stamm gibt Ihnen Halt
und Stütze, wie ein guter Freund der Ihnen sagt,
„Du darfst
loslassen“.
Erleben Sie, wie die Luft beim Ausatmen mit anderer
Temperatur wieder aus Ihnen herausströmt.
Führen Sie Ihre
Aufmerksamkeit immer wieder zurück zur Atmung, wenn Ihre Gedanken Sie
ablenken.
Einatmen und Ausatmen. In Ihrem Rhythmus. Ein Kommen und
Gehen im eigenen Maß.
Ihr Atmen ist wie ein Anker, der sie immer
wieder hält, wenn Sie wegdriften. Gewahr werden, dass Sie sitzen und
atmen.
Gewahr werden, dass Sie atmen und sitzen.
Richten Sie
Ihre Aufmerksamkeit auf Ihren Scheitelpunkt. Wie sähe es aus, wenn durch
diesen höchsten Punkt Energie mit dem Einatmen hineinströmt, sich über
Schulter und Brustraum bis hinab in den Bauchraum ausbreitet und mit dem
Ausatmen alles Unerwünschte aus Ihnen herausfließt. Hinab in den Boden
hinein - um in der Erde zu verschwinden.
Atmen – Atem fließt,
Atem kommt und geht. In Ihrem ureigenen Rhythmus. Und so bildet sich ein
steter Strom der Energie. Einatmend, leuchtende Energie, die durch
Ihren höchsten Punkt einströmt und in den Bauchraum fließt.
Ausatmend
- alles Ungute fließt hinaus versickert im Boden. Alles was belastet,
stört – viel zu lange schon.
Ein steter Strom des guten Austauschs.
Immer wieder fokussierend auf den Atem und das Fließen. Wieder – und
immer wieder. Nur zuschauen und wahrnehmen, wie dieser Prozess von ganz
alleine abläuft. In stetem Rhythmus. Mit den Wellen Ihrer Atmung, die
wie die Wellen des Meeres kommen und gehen. -------
Jetzt in
diesem Moment – und es ist ganz gleich, welche Uhrzeit ist – tun
Millionen Menschen Ähnliches. Sitzen und meditieren. Ein Netzwerk, dass
die ganze Welt umspannt. Und Sie ein Teil des großen Ganzen. Würde man
aus dem Weltraum auf die Erde schauen und jeder Mensch der meditiert
wäre ein Lichtpunkt, und jeder Lichtpunkt wäre mit Licht- und
Energielinien mit den anderen Verbunden, würde sich ein leuchtendes Netz
um die ganze Welt zeigen. Ein schönes Bild... … und Sie ein Teil davon.
Atmend – sitzend.
Im eigenen Rhythmus.
Denken Sie nun –
um die Übung rund zu machen, an jemand dem Sie dankbar sind.
Ein
Freund, eine Freundin vielleicht. Jemand von Früher oder eine Person aus
Ihrem gegenwärtigem Leben. Ganz gleich, ob diese Person noch lebt oder
wo auch immer sie sich befindet. Fokussieren Sie auf Ihre Dankbarkeit
und richten Sie dieses Gefühl an diese Person. Dankbarkeit. ---
Dabei
Ihren Atem und das Fließen erleben.
Kommen und gehen in unendlichem
Rhythmus.
Atmen
Still sein.
Gewahr sein im Hier und Jetzt.
Öffnen
Sie langsam die Augen.
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Vor einigen Jahren stieß ich auf den folgenden Text. Bis heute denke ich, dass mit diesen wenigen Worten meist genau auf den Punkt gebracht ist, worum es geht.
Gehe behutsam Deinen Weg inmitten des Lärms und der Hast dieser Welt und vergiß nie, welcher Friede im Schweigen liegen kann.
Lebe, soweit als möglich und ohne Dich selbst aufzugeben, in guter Beziehung zu anderen Menschen.
Verkünde Deine Wahrheit ruhig und klar. Höre auch anderen zu, sogar Törichten und Unwissenden: auch sie haben ihre Geschichte.
Meide laute und aggressive Menschen, sie bringen nur geistigen Verdruß.
Es ist möglich, daß Du entweder stolz oder verbittert wirst, wenn Du Dich mit anderen vergleichst,
denn immer wird es bedeutendere und unbedeutendere Menschen geben als Dich selbst.
Freue Dich des Erreichten genauso wie Deiner Pläne, doch sei auf jeden Fall demütig.
Übe Vorsicht in Deinen Geschäften, denn die Welt ist voller Betrügereien.
Verschließe Dich jedoch nicht dem Wert der Tugenden: viele Menschen streben nach hohen Idealen, und das Leben ist voll von stillem Heldentum.
Sei Du selbst. Heuchle vor allem keine Zuneigung und spotte nicht über die Liebe.
Trage freundlich die Bürde der Jahre und gib mit Anmut alles auf, was der Jugend zusteht.
Nähre die Kraft Deines Geistes, um plötzlichem Unglück gegenüber gewachsen zu sein.
Viele Ängste entstehen aus Müdigkeit und Einsamkeit.
Neben einer heilsamen Disziplin sei freundlich zu Dir selbst.
Du bist ein Kind des Universums, nicht weniger als die Bäume und Sterne, Du hast ein Recht darauf, hier zu sein.
Und die Kraft des Universums wird sich so entfalten, wie es sein muß, ob Dir das klar ist oder nicht.
Deshalb lebe in Frieden mit Gott, was immer Du Dir unter ihm vorstellst.
Und was immer Deine eigenen Bemühungen und Absichten sein mögen:
halte Frieden mit Deiner Seele in diesem lärmigen Durcheinander des Lebens.
Mit all ihrem Schein, ihren Kümmernissen und zerbrochenen Träumen ist diese Welt dennoch wunderbar.
Sei vorsichtig. Strebe danach, glücklich zu sein.
(Diese Schrift eines unbekannten Verfassers wurde 1692 in der alten St.-Pauls-Kirche von Baltimore gefunden.)