Coaching Hypnotherapie Psychotherapie

Seelenruhe

In meinen Therapien oder Seminaren frage ich immer nach den Zielen, mit denen jemand zu mir kommt. Es ist ein bisschen her, da nannte eine Klientin den Begriff „Seelenruhe“.
Man sagt ja auch, der oder die hat eine Seelenruhe. Ich finde, es ist ein wirklich treffender Begriff, da er weit über Ruhe oder Entspannung hinaus geht und in seiner Dimensionalität echte Tiefe beschreibt.
Seelenruhe fehlt uns oft im lärmigen Durcheinander des Alltags. Die folgende Übung kann etwas davon vermitteln und helfen sie (wieder-)zufinden.
Mit der Übung nutzen Sie eine Mischung aus Elementen der Meditation und der Hypnose, die jeder leicht erlernen kann. Ich selbst wende das gerade dann an, wenn in meinem Kopf die Gedanken durcheinanderschreien oder ich mich bedrängt und in der Enge fühle. Aber auch nachts, wenn mich Sorgen oder einfach Gedanken wach liegen lassen, ist es ein Weg zu mir zurück.
Ach ja, es ist eben auch eine ÜBUNG. Das bedeutet, erst regelmäßige Wiederholung bringt den vollen Nutzen. Regelmäßig angewandt fällt die Übung zunehmend leichter und bringt Sie zurück in Ihre eigene Mitte.

Wenn Sie mögen, können sie den Text weiter unten als Beispiel zur Übung lesen und für sich variieren, um ihn so oder ähnlich für sich still zu wiederholen, bzw. ihn schlicht im Stillen für sich zu befolgen. Lassen Sie sich viel Zeit dazu und führen Sie Ihre inneren Dialoge im Takt Ihrer Atmung.

Eine weitere Möglichkeit, ist den Text von mir gesprochen als MP3 hier runterzuladen.
(Wenn der Download nach anklicken nicht automatisch startet, wählen Sie nach Rechtsklick "Ziel speichern unter...")

Ich empfehle, zur Anwendung einen Kopfhörer zu nutzen. Hören Sie den Text nicht beim Autofahren oder bei Tätigkeiten, die Ihre Aufmerksamkeit erfordern!
Übrigens ist der Text ein gutes Beispiel, um zu erfahren und auszuprobieren, wie Hypnose geht.
Im Text geht es „nur“ um Entspannung. Mit Hypnose können Sie natürlich aber auch noch viel mehr erreichen und für sich nutzen. Das funktioniert dann wie beim Autofahren. Da wo Sie hinschauen, zieht das Lenkrad hin! Welche Bilder Sie - insbesondere im entspannten Zustand – fokussieren, hat einen erheblichen Einfluss auf Ihr Fühlen und Handeln, auf Ihr Erleben. Neugierig?  Dazu an anderer Stelle später oder gar in meiner Praxis mehr!

Nun zur eigentlichen Übung. - Seelenruhe -

 
ruheDiese Übung machen Sie am Besten im Sitzen. Nehmen Sie – wenn Sie können – auf dem Boden die klassische Meditationshaltung ein. Je nach Beweglichkeit sitzen Sie frei im „Schneidersitz“, im halben oder gar im vollständigen Lotussitz. Die Beine sind gekreuzt, Arme und Hände liegen auf den Oberschenkeln oder den Knien auf. Eine feste, gefaltete Wolldecke, ein flaches Sitzkissen, wie es auch beim Yoga verwendet wird oder eine kleine Sitzbank, erleichtern eine entspanntere Haltung. Natürlich können Sie auch an einer Wand anlehnen oder auf einem Stuhl sitzen. In letzterem Falle sollte dieser jedoch eine feste Sitzfläche und kein dickes Polster haben. Vom Sessel oder weichem Untergrund rate ich ab. Zu den möglichen Positionen finden Sie in Kürze hier noch Bilder
Idealerweise sitzen Sie frei auf dem Boden mit gradem Rücken, die Beine – wie oben beschrieben – gekreuzt. Ihre Hände liegen entspannt auf den Knien. Die Handflächen sind nach oben offen. Wie zwei Schalen, in denen sich etwas sammeln kann. Alternativ können sich Zeigefinger und Daumen berühren, während die restlichen drei Finger etwas gestreckt werden.
Finden Sie Ihre Position. Wichtig ist, dass Sie für ca 20 Minuten so sitzen können. Bei massiven Rückenproblemen empfehle ich – wiederum auf dem Boden, einer flachen Matte oder Decke – flach auf dem Rücken zu liegen. Die Arme und Hände etwas abgewinkelt, die Handflächen geöffnet locker nach oben. Es ist sinnvoll stets die gleiche Haltung einzunehmen. Dabei auch gerade Ihre Hände immer wieder in die von Ihnen bevorzugten Haltung zu bringen. Wenn Sie die Übung öfter wiederholen, wird Ihre Haltung zum „Anker“. Das bedeutet, dass oft schon das Einnehmen der Haltung die Entspannung einleitet. Sogar die Handhaltung alleine kann so im Alltag – einmal verankert – helfen, sich wieder zu zentrieren.
Sorgen Sie dafür, dass Sie für die Zeit der Übung nicht gestört werden. Telefon oder Handy könnten stören. Haben Sie Kinder? Wie wäre es dann mit einem Schild an der Tür „Nur stören, wenn was weh tut, blutet oder brennt....“?

Letztendlich kann diese Übung überall gelingen, auch z.B. im Büro. Eine angenehme Umgebung ist natürlich förderlicher. Eine Blume oder Kerze vor Ihnen kann gerade am Anfang eine Hilfe sein, Ihre Aufmerksamkeit zu fokussieren. Auch ein Duft und eine angenehme Temperatur sind förderlich.

ÜBUNG:
Nehmen Sie die beschriebene Haltung auf Ihre Art und Weise ein.
Horchen Sie in sich hinein. Warum haben Sie sich gerade jetzt hingesetzt? Welche Erwartungen haben Sie? Welche Gefühle und Gedanken sind dominant? Ist Ihre Position stimmig? - Vielleicht irgendetwas variieren?
Nehmen Sie wahr, dass Sie atmen.
So, wie Ihr Atem fließt, ist es in Ordnung. Ihr Atem findet seinen eigenen Rhythmus...
Schließen Sie die Augen -
Es mag sein, dass Geräusche aus dem Haus oder von draußen zu vernehmen sind. Alle diese Geräusche können jetzt unwichtig werden oder Ihnen sogar Geleit, Halt und Sicherheit für die Übung geben. Einfach, indem Sie Ihnen vermitteln, es gibt dieses äußere Hier und Jetzt. Der äußere Rahmen, der Ihnen ermöglicht innerlich ganz woanders hinzugehen. Und je mehr Sie äußere Kontrolle vermindern, umso mehr kann ihre innere Kontrolle und Sicherheit wachsen!
Nehmen Sie wahr, wie sich Ihre Empfindung, Ihre Gedanken verändern.
Beobachten Sie.
Visualisieren und fokussieren Sie mit geschlossenen Augen einen nahen Gegenstand. Eine Kerze, eine Blume oder auch einfach die Nasenspitze. Wenn Ihre Augen mit geschlossenen Lidern wandern, führen Sie sie immer wieder hierher zurück. Fokussieren Sie etwas, was nahe vor Ihnen ist.
Und Ihre Gedanken? Nehmen Sie wahr, dass Ihre Gedanken sich immer wieder verändern?
„Mache ich das richtig“...“ist das alles“...“was bringt mir das“....“gleich muss ich noch telefonieren“...“sollte ich mich lieber anders hinsetzen“...
Nehmen Sie wahr, wie substanzlos Ihre Gedanken sind und wie schnell sich diese immer wieder verändern. Ihre Gedanken sind ständig im Fluss.
Dabei mag es interessant sein, zu beobachten, wie rasch sich Ihre Gedanken immer wieder verändern, springen, hüpfen.... Wie ein Gebirgsbach, bei dem das Wasser von Stein zu Stein springt. Und das Wasser fließt weiter. Und der Bach wird zum Flüsschen, zum Fluss. Und der Strom des Wassers wird ruhiger – nach und nach. Von ganz alleine.
Nehmen Sie wahr, dass Sie Gedanken HABEN und nicht Gedanke SIND.

Und es gibt einen Teil in Ihnen, der das beobachtet und wahrnimmt!
Ich nenne diesen Teil „Zeuge“. Somit sind Sie Zeuge Ihrer Gedanken.

Also gibt es Gedanken und es gibt diesen Teil, der wahrnimmt, wie eine Kamera. Und wie eine Kamera nimmt er wahr und auf, ohne zu kommentieren oder zu werten. Und wie eine Kamera nimmt er wahr, dass ein Teil von Ihnen kommentiert und wertet. Dass da Gedanken und Empfindungen sind.
Wohin Ihre inneren Stimmen und Gedanken, Ihre Empfindungen Sie auch führen – Sie HABEN Gedanken und Empfindungen aber Sie SIND nicht Gedanke oder Empfindung.

Ihr Atem hilft Ihnen immer wieder, zu sich zu finden, hilft Ihnen im Hier und Jetzt zu sein. Immer wieder zu fokussieren. Fokussieren Sie auf Ihrem Atem.
Nehmen Sie wahr, wie die Luft beim Einatmen an den Nasenflügeln vorbei streicht?
Hinab in die Lunge. Wie sich Brustraum und Schultern im Rhythmus Ihres Atems dehnen und wieder zusammenfinden.
Ihre Schultern können dabei noch ein bisschen mehr loslassen. Als ob Sie entspannt an einem Baumstamm sitzen. Der Stamm gibt Ihnen Halt und Stütze, wie ein guter Freund der Ihnen sagt,

„Du darfst loslassen“.

Erleben Sie, wie die Luft beim Ausatmen mit anderer Temperatur wieder aus Ihnen herausströmt.
Führen Sie Ihre Aufmerksamkeit immer wieder zurück zur Atmung, wenn Ihre Gedanken Sie ablenken.
Einatmen und Ausatmen. In Ihrem Rhythmus. Ein Kommen und Gehen im eigenen Maß.
Ihr Atmen ist wie ein Anker, der sie immer wieder hält, wenn Sie wegdriften. Gewahr werden, dass Sie sitzen und atmen.
Gewahr werden, dass Sie atmen und sitzen.

Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihren Scheitelpunkt. Wie sähe es aus, wenn durch diesen höchsten Punkt Energie mit dem Einatmen hineinströmt, sich über Schulter und Brustraum bis hinab in den Bauchraum ausbreitet und mit dem Ausatmen alles Unerwünschte aus Ihnen herausfließt. Hinab in den Boden hinein - um in der Erde zu verschwinden.

Atmen – Atem fließt, Atem kommt und geht. In Ihrem ureigenen Rhythmus. Und so bildet sich ein steter Strom der Energie. Einatmend, leuchtende Energie, die durch Ihren höchsten Punkt einströmt und in den Bauchraum fließt.
Ausatmend - alles Ungute fließt hinaus versickert im Boden. Alles was belastet, stört – viel zu lange schon.
Ein steter Strom des guten Austauschs. Immer wieder fokussierend auf den Atem und das Fließen. Wieder – und immer wieder. Nur zuschauen und wahrnehmen, wie dieser Prozess von ganz alleine abläuft. In stetem Rhythmus. Mit den Wellen Ihrer Atmung, die wie die Wellen des Meeres kommen und gehen. -------

Jetzt in diesem Moment – und es ist ganz gleich, welche Uhrzeit ist – tun Millionen Menschen Ähnliches. Sitzen und meditieren. Ein Netzwerk, dass die ganze Welt umspannt. Und Sie ein Teil des großen Ganzen. Würde man aus dem Weltraum auf die Erde schauen und jeder Mensch der meditiert wäre ein Lichtpunkt, und jeder Lichtpunkt wäre mit Licht- und Energielinien mit den anderen Verbunden, würde sich ein leuchtendes Netz um die ganze Welt zeigen. Ein schönes Bild... … und Sie ein Teil davon.
Atmend – sitzend.
Im eigenen Rhythmus.

Denken Sie nun – um die Übung rund zu machen, an jemand dem Sie dankbar sind.
Ein Freund, eine Freundin vielleicht. Jemand von Früher oder eine Person aus Ihrem gegenwärtigem Leben. Ganz gleich, ob diese Person noch lebt oder wo auch immer sie sich befindet. Fokussieren Sie auf Ihre Dankbarkeit und richten Sie dieses Gefühl an diese Person. Dankbarkeit. ---

Dabei Ihren Atem und das Fließen erleben.
Kommen und gehen in unendlichem Rhythmus.
Atmen
Still sein.
Gewahr sein im Hier und Jetzt.

Öffnen Sie langsam die Augen.
Dipl.-Psychologe
Michael Schulze
Cronenfelder Str. 31
42349 Wuppertal

0202/ 455291
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